Anzahlungs-, Teil- und Schlussrechnung Bauleistung (mit Musterrechnung)

Bauleistung Anzahlungsrechnung Schlussrechnung

Die formalen Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug  einer  Faktura  werden  bei  Prüfungen der Finanzverwaltung große Bedeutung zugemessen.

Die Differenzierung zwischen Anzahlungs- , Teil- und Schlussrechnungen in der Baubranche stößt auch oftmals auf Schwierigkeiten.

Die Anzahlungsrechnung (Vorausrechnung)

Bei Anzahlungsrechnungen handelt es sich um Rechnungen, über konkrete  Leistungen,  wobei der genaue Leistungszeitraum noch nicht feststeht.

Es muss jedoch der  voraussichtliche Zeitpunkt der Lieferung bzw der Zeitraum der Leistung angegeben werden. Die Umsatzsteuerschuld entsteht beim Rechnungsaussteller mit Zahlungseingang  (unabhängig davon, wann oder ob überhaupt eine Rechnung ausgestellt wird). Wird eine Anzahlungsrechnung ausgestellt, muss sie ausdrücklich als eine solche bezeichnet werden, sonst entsteht Umsatzsteuer Kraft Rechnungslegung.

Demgegenüber ist beim Rechnungsempfänger die Vorsteuerabzugsberechtigung dann gegeben, wenn eine Rechnung vorliegt und die Zahlung geleistet worden ist. Auch wenn vor der Ausführung des Umsatzes über die gesamte Leistung abgerechnet wird, die Gegenleistung aber in Teilbeträgen gezahlt wird, darf nur der Steuerbetrag abgezogen werden, der in der Vorauszahlung enthalten ist.

Demnach keine Vorsteuerabzugsberechtigung bei Rechnungserhalt, wie es zulässig wäre, bei einer „normalen” Rechnung eines Unternehmers, der seine Umsätze nach dem Sollprinzip abwickelt. Voraussetzung für den Rechnungsempfänger und dem Vorsteuerabzug ist jedenfalls eine ordnungsgemäße Anzahlungsrechnung!

Anmerkung: Gemäß den Vorschriften des Umsatzsteuergesetzes ist jeder Unternehmer zur Ausstellung von Anzahlungsrechnungen verpflichtet!

Ertragssteuerrechtlich wirken sich Anzahlungsrechnungen nicht aus. Geleistete Anzahlungen stellen beim Leistenden eine Verbindlichkeit dar und beim Leistungsempfänger eine Forderung.

Folgende Punkte sind zu beachten:

  • Eine Vorauszahlungs– bzw Anzahlungsrechnung sollte als solche auch bezeichnet werden
  • Nach Meinung des Finanzamtes tritt an die Stelle des Liefer- oder Leistungsdatums der voraussichtliche Lieferzeitpunkt (vor. Leistungsdatum) bzw, wenn dieser noch nicht feststeht, ein dementsprechender Hinweis (zB „wurde noch nicht vereinbart“.)
  • Die Beschreibung der Leistung ist, soweit wie im Zeitpunkt der Erstellung der Vorauszahlungs- bzw Anzahlungsrechnung möglich, anzugeben. Die auf den eingeforderten Vorauszahlungs- bzw Anzahlungsbetrag entfallende USt ist gesondert auf der Rechnung auszuweisen.

Hier ein Muster: Anzahlungsrechnung Muster

Die Teilrechnung

Hierbei handelt es sich um Rechnungen über Teilleistungen an den Leistungsempfänger für eine bisher bereits erbrachte Leistung.

Es wird hier über bestimmte, bereits fertig gestellte und abgenommene (übergebene) Teilabschnitte bei größeren Projekten abgerechnet. Dies kann z.B. eine Teilabrechnung über einen fertiggestellten Teil eines Bauprojektes sein. Im Gegensatz zu Anzahlungsrechnungen wurden hier bereits konkrete Leistungen erbracht und die Verfügungsmacht ist bereits übergegangen.

Umsatzsteuerrechtlich ist eine Teilrechnung grundsätzlich wie jede andere Rechnung zu behandeln. Zusätzlich zu den allgemeinen Vorschriften zur Rechnungsausstellung muss diese als Teilrechnung bezeichnet werden.

In der Bauwirtschaft gilt eine Werklieferung, die auf dem Grundstück des Auftraggebers als Gesamtleistung erbracht wird, erst als bewirkt, wenn der Auftraggeber die Verfügungsmacht am fertigen Werk erhält. Wird die Leistung jedoch nicht im Ganzen sondern in Teilen geschuldet und erbracht, so sind die einzelnen Teillieferungen der Umsatzsteuer zu unterwerfen.

Wesentlich für den Zeitpunkt der Teillieferung ist der Zeitpunkt der Abnahme des Leistungsempfängers. Nur durch den Kunden abgenommene Leistungen stellen erbrachte Leistungen dar, welche eine Umsatzsteuerschuld auslösen. Eine erstellte Teilrechnung ohne einer erbrachten Leistung stellt bloß eine Zahlungsaufforderung dar und ist wie eine Anzahlungsrechnung zu behandeln.

Bei Bilanzierern (Gewinnermittler nach § 4 Abs. 1 und § 5 Abs. 1) wird die Umsatzsteuer im Rahmen der Sollbesteuerung fällig, beim Einnahmen-Ausgaben-Rechner fällt die Umsatzsteuer jedoch erst bei der tatsächlichen Vereinnahmung an.

Ertragssteuerrechtlich sind Teilrechnungen sofort erfolgswirksam, da bei der ausgestellten Teilrechnung dieser bereits eine erbrachte Teilleistung gegenüber steht.

Die Schlussrechnung

Eine Schlussrechnung ist jedenfalls erforderlich, wenn nach der Leistungserbringung noch Beträge verrechnet werden sollen.

Wurde der gesamte Betrag bereits durch Anzahlungen entrichtet und darüber ordnungsgemäße Rechnungen gelegt, ist eine Schlussrechnung nicht mehr erforderlich. Wenn eine Schlussrechnung erstellt und vorab Anzahlungsrechnungen mit Umsatzsteuer gelegt wurden, sind in der Schlussrechnung die bezahlten

Anzahlungsbeträge und die darauf entfallenden Umsatzsteuer offen in Abzug zu bringen.

Vorsicht: Wird die geforderte Absetzung der geleisteten Anzahlungen und der darauf entfallenden Umsatzsteuerbeträge in der Schlussrechnung unterlassen, schuldet man den überhöhten Steuerbetrag.

Wenn nicht die gesamten in Rechnung gestellten Anzahlungsbeträge vom Rechnungsempfänger bezahlt wurden, sind nur die tatsächlich bezahlten Beträge in der Schlussrechnung abzusetzen.

Alternative

Es gibt auch eine Alternative zur Schlussrechnung: Die sogenannte „Restrechnung“ ist eine Möglichkeit, die Anzahlungsrechnungen bei der Endzusammenfassung weg zu lassen. Es wird nur der verbleibende Restbetrag mit der Restumsatzsteuer in Rechnung gestellt.

Die Anzahlungen wurden bereits mit den Anzahlungsrechnungen korrekt verrechnet.

Muster Schlussrechnung:

Für weitere Details kontaktieren Sie bitte Ihren Betreuer der WTS.

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